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95 Thesen neu gedacht

Anlässlich des Reformationstags habe ich zur Erinnerung an Martin Luthers "95 Disputationsthesen" diese in die Neuzeit übertragen und an den aktuell faktischen modernen Ablasshandel im Rahmen der Corona-Pandemie angepasst. Hier können Sie die Thesen herunterladen.

Herzlich Willkommen an meine neue Mitarbeiterin!

Ich möchte Ihnen hier meine neue Mitarbeiterin, Frau Monica-Elena Till vorstellen: 

Frau Till hat 2006 ihre Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) in einer Allgemeinarztpraxis in Ingolstadt abgeschlossen und hat sich seither ein breites Wissens- und Erfahrungsspektrum in der Praxis erarbeitet. 

Ich freue mich sehr über diese kompetente und engagierte Unterstützung! Frau Till kümmert sich v.a. um die Praxisorganisation wie z.B. die Terminplanung und die Abrechnung. Da sie nur stundenweise in der Praxis tätig ist und teilweise auch flexibel im home office arbeitet, bleibt vorerst die gewohnte Telefonsprechzeit von 8:15-9 Uhr bestehen. An ihren Tagen in der Praxis (vorerst meist Montag und Mittwoch Vormittag) sind wir dann aber auch länger direkt erreichbar. Wie bereits gewohnt, können Sie aber jederzeit eine Nachricht auf dem AB hinterlassen - Sie werden dann baldmöglichst zurückgerufen.

Frau Till ist ansonsten auch über die Email-Adresse info(at)praxis-dr-gaerber.de erreichbar. Ich bitte Sie, Anfragen zu Terminen und sonstigen organisatorischen Dingen vorzugsweise an diese Adresse zu senden. Mich erreichen Sie am besten direkt unter arzt(at)praxis-dr-gaerber.de.

Aufruf zum "Angst-Fasten" 2021

Wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke, hat sich unsere Gesellschaft in eklatanter und unvorstellbarer Weise gewandelt. Unter dem Einfluss der Bedrohung durch das neuartige Corona-Virus ist eine Atmosphäre der Angst entstanden, die bei jedem Einzelnen von uns unterschiedliche Handlungsweisen hervorruft. Die ohnehin Ängstlichen verkriechen sich und meiden penibel jeglichen Kontakt und halten übergenau jede staatlich verordnete Handlungsweise ein. Die Mutigen demonstrieren oder finden andere Wege, sich einer staatlichen Bevormundung zu entziehen. Und die meisten liegen irgendwo zwischen diesen Polen. Gemeinsam ist vielen Menschen aber eine oft tief empfundene Hilflosigkeit und ein fehlendes Verständnis für den jeweils Anderen! Von beiden Seiten gibt es Anschuldigungen gegen die vermeintliche falsche Meinung oder Haltung der anderen Seite. Mich betrübt diese zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft zutiefst!

Wo aber liegen die Wurzeln dieser Spaltung?

Eine maßgebliche Wurzel ist in meinen Augen die Hybris der politisch Verantwortlichen, sie hätten die einzig wirkliche Wahrheit gefunden, und damit wären die politischen Handlungen und Verordnungen auch die einzig möglichen. Es wird oft von „Alternativlosigkeit“ gesprochen. Dabei sind gerade zum Thema Corona viele Stimmen von namhaften Wissenschaftlern und Politikern aufgekommen, die die offiziell anerkannten wissenschaftlichen Daten und die staatlichen Maßnahmen mit fundierten Fakten in Frage gestellt haben. Sehr bedenklich empfand ich, dass bei Kritik an der Mainstream-Meinung eine offensichtliche Zensur in den Medien stattfand und stattfindet. Artikel werden nicht veröffentlicht, Videos auf YouTube und anderen Medien werden prompt gelöscht, weil sie angeblich „Richtlinien des Betreibers“ nicht entsprechen, usw. Das allgegenwärtige Totschlagargument: „Verschwörungstheorie“! Und wenn man sich kritisch äußert, ist die „rechte“ Schublade sehr schnell geöffnet. Der italienische Historiker und Romanautor Umberto Eco (u.a. „Der Name der Rose“) schreibt dazu: „Der kritische Geist trifft Unterscheidungen, und zu unterscheiden ist ein Zeichen von Modernität. In der modernen Kultur preist die wissenschaftliche Gemeinschaft den Dissens als ein Mittel zur Vermehrung des Wissen.“ Und für ihn ist die Unterdrückung von abweichenden Meinungen ein Kennzeichen des (Ur-) Faschismus, den er nicht nur als historisches Phänomen einstuft.

Die Angst ist ein weiterer Motor der gesellschaftlichen Spaltung, denn „wenn jemand Angst hat, dann schafft er sich eine subjektive Wahrheit“ (Robert Habeck). D.h. durch die sich massiv ausgebreitete Angst sind viele Menschen (Politiker und Virologen inbegriffen!) in ihrer Angst gefangen und haben keinen objektiven Blick mehr auf die Welt. Was wir im vergangenen Jahr beobachten konnten, waren in meinen Augen oftmals hilflose politische Handlungen wie Maskenpflicht, Ausgangssperren und Schulschließungen, die sowohl im Frühjahr als auch im Herbst jeweils erst nach dem Höhepunkt der Krankheitswelle (nicht Höhepunkt der Zahlen!) eingeführt wurden. Hierzu ein weiteres Zitat von Robert Habeck: „Weil Angst Maßnahmen ersinnt, die ihr recht geben. […] Wenn man Menschen mit Zäunen aussperrt, dann erinnert einen der Zaun daran, dass es eine Bedrohung gibt. [pers. Anmerkung: ersetzen Sie hier den „Zaun“ z.B. mit „Maske“] Die Spirale, die sich ergibt, ist die des Populismus. Er braucht die Angst als Selbstverstärker.“ Oder wie es der Neurobiologe Gerald Hüther ausdrückt: „Wer Angst schürt, zerstört langfristig genau das, was er dadurch aufrechtzuerhalten versucht.“

Wie kommen wir nun — jeder persönlich und wir als Gesellschaft — aus dieser gesellschaftlichen Krise hinaus?

Wir brauchen wieder

  1. die allgemein tolerierte Meinungsvielfalt ohne Diffamierungen und
  2. Mut und Vertrauen

Nutzen Sie doch die heute beginnende Fastenzeit für eine innere Einkehr. Gehen Sie auf die Suche nach möglichen anderen Wahrheiten als Sie sie täglich hören. Gehen Sie auf die Suche nach Angst-Triggern und werfen Sie sie über Bord!

Machen Sie ein „Angst-Fasten“ — 7 Wochen ohne Angst klingt doch verlockend;-).

Und mit einem abschließenden Zitat eines meiner Lieblingsdichter grüße ich Sie herzlich und wünsche eine gute (Fasten-) Zeit:

"Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen Tapferkeit, Eigensinn und Geduld. Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß und die Geduld gibt Ruhe!"

Literaturempfehlungen:

Eco, Umberto: „Der ewige Faschismus“, Hanser-Verlag (2020)

Habeck, Robert: „Wer wir sein könnten“, Kiepenheuer&Witsch (2018)

Hüther, Gerald: „Wege aus der Angst“, Vandenhoek & Ruprecht (2020)